Der Gutmenschen-Shrek

Vielen Gutmenschen, die den Drang haben, anderen helfen zu wollen, fällt es schwer, ihren Egoismus sich einzugestehen und sich ein Bild von der Realität ihres Verhaltens klarmachen. Aber es hilft nichts, am Beginn einer jeden Therapie muss die schonungslose Selbsterkenntnis stehen. Genauso wie Alkoholiker und Drogenabhängige, müssen sich die Ehrenamtler zunächst einmal über ihren Egoismus klar werden und ihn akzeptieren.

<img style="margin: 20px; float: left;" src="http://aehrenamt.de/images/stories/shrek.jpg"

 

Das wird ein langer und schmerzhafter Prozess, und wir wissen, für diese nachfolgenden Gedanken werden wir beschimpft und für verrückt erklärt werden. Aber das stört uns nicht, denn zum Wohle der Betroffenen muss einer ja mal den Bösen trugenspielen und Unbequemes aussprechen. Das wollen die Ewiggestrigen und Betonköpfe zwar nicht hören, dadurch werden die Gedanken hier aber nicht falscher.

Und die Abwehrreaktionen der Gutmenschen sind auch nachvollziehbar. Wer kann es den Ehrenamtlerrn auch verdenken: wurden sie doch von mittelmäßigen und unfähigen Politikern manipuliert und glauben - wie viele Vereinsfunktionäre - an eine gute Sache. Und die Sache ist eben nicht so gut, wie sie offensichtlich scheinen: Schließlich nehmen sich die Ehrenamtler mitunter zu wichtig. Eine historische Parallele findet sich in der Weimarer Republik. Damals organisierten sich Kriegsveteranen in so genannten "Freikorps" und zogen marodierend durch die Straßen, weil sie nicht wahrhaben wollten, dass der Krieg verloren war.

Ähnlich ist es mit den Ehrenamtlern, die ja auch im Glauben an eine gute Sache an der (Sozial-)Front kämpften (besser: umsonst arbeiten, um Hilfsbedürftigen zu helfen). Dabei realisieren sie nicht, dass sie im Grunde nur alls billige Hilfgkräfte missbraucht werden, damit die neoliberale Politkaste den staatlichen Sozialabbau und die Umverteilung von unten nach oben ungeniert weiter vorantreiben oder das Geld lieber für "Bad Banks" oder den Panzereinsatz in Afghanistan und anderswo ausgeben kann. Zudem sehen sie auch nicht, dass Ihr Einsatz volkswirtschaftlich schädlich ist, führt er doch zur flächendeckenden Organisation von Schwarz-/Billigarbeit, und Wettbewerbsverzerrung, die wiederum in Lohndumping und Arbeitsplatzvernichtung endet und daher verhindert und bekämpft werden muss.

Wie sagte doch Bert Brecht so schön: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.